Rückblick <> Ausblick; Agile Organisationsentwicklung 2019+

Dezember 18, 2018

Der Artikel ist umfangreich, aber es lohnt sich jede Zeile zu lesen. Lassen sie sich überraschen.

Inhalt:

  • Leadership für Organisationen: Einfach, Transparent, Wirksam.

  • Leadership für Fahrten-Segler: Weil gute Skipper nichts dem Zufall überlassen.

 

Hand auf Herz, kennen Sie ein Unternehmen, dass keine „Troubles“ mit seiner Organisation hat?

Manche Probleme sind wohl selbst verursacht, andere wiederum durch die Entwicklungen in der Branche, am Markt, durch das Kundenverhalten entstanden. Die Informations-technologie veränderte alle Branchen und niemand kann zu 100 % sagen, was als Nächstes kommt. Eines ist jedoch sicher. Alles wird schneller, virtueller, übergreifender, anders. Die Digitalisierung ist weit mehr als nur eine technologische Entwicklung, sie verändert die ganze Wertschöpfungsketten und erschafft neue. Erkennt man jedoch erst auf Basis von Ergebniszahlen ein strategisches Problem, dann kann dies bereits zu spät sein.

Corporate Leadership and Corporate Strategy

War die Informationstechnologie noch vor einigen Jahren nur in wenigen Branchen vertreten, so hat sie heute alle erreicht. Ganze Branchen und deren strategischen Geschäftsfelder haben sich grundlegend verändert. Daraus haben sich wiederum neue Möglichkeiten entwickelt, zumindest für jene Unternehmen, welche die Digitalisierung in ihre strategischen Überlegungen ganzheitlich integriert und operationalisiert haben. Infolgedessen lösen sich geografische und wirtschaftliche Grenzen auf und eröffnen außergewöhnliche Chancen und Risiken für alle Unternehmen.

Photo by Joshua Sortino on Unsplash

Das neue digitale Schlüsselwort: Agilität

Was bedeutet der moderne Begriff „Agil“? Im Kontext von Unternehmen werden häufig Begriffe wie Schnelligkeit, Anpassung, Flexibilität, Dynamik, Vertrauen, Selbstorganisation, Kundenfokus, Haltung, Umweltorientiertheit genannt. Alles Begrifflichkeiten die für ein traditionell, hierarchischen Führungsverständnis zu Herausforderungen werden können.

Doch der Begriff „Agil“ ist nicht ganz neu. Die Wissenschaft hat diese Anforderungen bereits in den 1950er Jahren in der Systemtheorie von Organisationen entwickelt. Der Begriff „AGIL“ beschreibt die 4 zentralen Funktionen die eine Organisation, ein System erfüllen sollte um langfristig erfolgreich sein zu können.

1. Anpassen an sich veränderten äußeren Bedingungen (Adaption).

2. Ziele definieren und verfolgen (Goal Attainment).

3. Kohäsion und Inklusion herstellen und absichern (Integration).

4. Grundlegenden Strukturen und Wertemuster aufrecht halten (Latency).

Durch die aktuellen Megatrends „Informationstechnologie & Digitalisierung“ erlangte die Agilität, speziell im Zusammenhang mit der Transformation von strategischen Geschäftseinheiten bzw. von ganzen Unternehmen einen neuen, praktischen Nutzen.

Informationstechnologie & Digitalisierung

Durch den Einsatz von Informationstechnologien verändern sich zugleich die verbundenen Umwelten mit einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit und Vielfalt. Die Unternehmen stehen permanent vor der Herausforderung eine unternehmerische Balance zwischen Stabilität und Flexibilität zu finden. Die Geschäftsfelder und die IT müssen gemeinschaftlich betrachtet werden. Demzufolge stehen strategische und operative Fragestellungen nahezu auf der Tagesordnung.

Wie entwickelt sich die gesamte Branche in den kommenden Jahren? , Welche Business- und IT Strategie soll verwendet werden? Welche IT Entwicklungen üben einen richtungsweisenden Einfluss aus? Welche Technik (Virtualisierung, Cloud, IoT, Web 4.0, Highspeed Netze, IP-Telefonie, …)? Soll die IT Landschaft selbst aufgebaut und betrieben werden oder die Leistungen zugekauft werden (make or buy)?

Am einfachsten wäre es wohl, wenn die IT und alles was dazu gehört wie der Strom aus der Steckdose kommt. Doch, geht das? Naja, teilweise schon, aber noch nicht vollständig.

Die gute Nachricht ist, dass bereits viele Lösungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Ausprägungen (z.B. SaaS, IaaS, PaaS, Cloud) inklusive rechtskonformen Schutz angeboten werden. Die schlechte Nachricht ist, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht die Themen Informationstechnologie und Digitalisierung alleinig aus technischer Sicht auf dem Unternehmensradar zu haben. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss die gesamte Organisation an den Erfordernissen „AGIL“ ausrichten. Wer hier nicht im Großen denkt, der darf sich nicht wundern, wenn die Konkurrenz auf und davon ist.

Photo by Johannes Groll on Unsplash

Alles wird kleinteiliger, schneller, kundenorientierter.

Es ist nahezu unglaublich wie sich mit den digitalen Entwicklungen die Unternehmens-welten und deren Geschäftsprozesse weiterentwickeln. Wurde noch vor kurzer Zeit das lineare Vorgehensmodell für größere Anwendungsentwicklungen (große Lösungen mit konkreten Einsatzterminen) verwendet, so kommen heute zunehmend die schlanken, agilen Methoden (z.B. Scrum) zum Einsatz. D.h. es gelangen laufend neue, kleinere Entwicklungen durch sogenannte „Sprints“ in die Produktion, in den Markt. Durch diese kompakte Vorgehensweise (Funktionspakete) wird die Komplexität verringert und zugleich die Dynamik, sowie Service- und Kundenorientierung erhöht. Ändern sich Bedürfnisse, oder werden neue Erkenntnisse gewonnen kann zeitnah und fokussiert darauf reagiert werden.

Damit diese technischen Möglichkeiten in Wertschöpfung umgewandelt werden können, muss die Organisation und alle Ressourcen vollends darauf ausgerichtet werden. Die agile Vorgehensweise kann ihre Potenziale nur entfalten, wenn die Organisation sich an die neuen Möglichkeiten vollends ausrichtet, klare Ziele vereinbart, eigenverantwortlich arbeitende Teams fördert, und dieses Selbstverständnis in die gesamte Wertschöpfungskette integriert.

Umfassende Meetings ergeben wenig Sinn.

Es macht wenig Sinn die dynamischen Erkenntnisse der Sprints zu sammeln und in umfassende Businessmeetings bzw. Strategierunden zu besprechen. Dazu braucht es neue Kommunikationsstrukturen (z.B. Standup Meetings) und fokussierte, transparente Informationsstrukturen. Allerdings sollte stets differenziert werden, welche Erkenntnisse mittel- bzw. langfristige strategische Auswirkungen haben und welche Handlungsräume und Entscheidungskompetenzen unmittelbar erforderlich sind.

Viele Systemlandschaften stehen bereits 7 x 24 h, 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Diese hohe Verfügbarkeit erfordert dem Geschäftszweck angepasste Dienstleistungsstrukturen. Darüber hinaus stehen durch die jüngsten technologischen Entwicklungen wie z.B. Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) oder Smart Contract (Blockchain) neue Technologien am Start, deren Auswirkungen aktuell noch nicht abzuschätzen sind. Je früher man dabei ist, desto besser.

Die großen Unternehmen organisieren sich zunehmend wie die kleinen Unternehmen. 

Die kleinen Unternehmen sagen: Dass können sich nur die wirklich großen Unternehmen leisten. Die großen Unternehmen sagen: Wir organisieren uns wie die kleinen Unternehmen. Wir brauchen Leadership und Flexibilität auf allen Ebenen. Gute Ideen dürfen nicht in der Unternehmensbürokratie untergehen.

Was erfolgreiche kleine und große Unternehmen gemeinsam haben.

Sie arbeiten fokussiert in kleinen Einheiten, eingeschworen auf ihren Verantwortungs-bereich, Autonom, eingebunden in Wissensgemeinschaften und mit der Bereitschaft sich fortwährend an neuen Gegebenheiten auszurichten. Gemeinsam werden die erforderlichen Handlungs- und Entscheidungsspielräume sowie die Informations- und Kommunikations-regelwerke definiert. Dadurch wird sichergestellt, dass die wesentlichen Informationen zeitnah an die Corporate Governance weitergeleitet und Kursänderungen am Puls der Zeit eingeleitet werden.

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Gemeinsam die Ziele, die Strategie, die Strukturen und die Regeln festlegen und die gesamte Mannschaft auf Erfolg ausrichten.

Leadership auf allen Ebenen.

Um der agilen Marktdynamik zu entsprechen ist es heutzutage zu wenig die Vision, Mission, die Leitsätze, Strategien und Ziele lediglich von oben festzuschreiben, bei Mitarbeiter-veranstaltungen einmal im Jahr kundzutun und für Unternehmensprüfungen oder Finanzberichte jährlich zu aktualisieren. Um die Anforderungen zukunftsorientiert entsprechen zu können, braucht es eine zu 100 % eingeschworene, entschlossene Mannschaft mit einer klaren, von allen Mitwirkenden mitgetragene Strategie und eine anpassungsfähige Organisationstruktur. Leadership auf allen Ebenen. Nur wenn Herz und Hirn vollends auf Sieg ausgerichtet sind, lässt sich die Zukunft, der Markt erfolgreich gestalten. Erfolgreiche Unternehmen planen Ihre Zukunft nicht nur auf Basis von Zahlen, sondern holen sich Ideen aus allen Unternehmensebenen. Es ist unglaublich wieviel Wissen bei den Menschen vorhanden ist.

Wissen ist ein Gut dass sich vermehrt sich, wenn man es teilt.

Unser Wissens- und Dienstleistungszeitalter lebt vom Teilen von Informationen, von kooperativen Netzwerkern. Wissen vermehrt sich bekanntlich, wenn man es teilt. Je früher und fokussierter dies geschieht umso rascher kann neues entstehen. Je achtsamer die Corporate Strategy und Corporate Leadership diese Entwicklungen unterstützen umso wertschaffender können sich die Organisationseinheiten an den großen Rahmen ausrichten und ihre eigene individuelle Strategie und Kooperationen ausrichten.

Das Risiko bleibt beim Boss, der Erfolg gehört allen.

Damit sich keine abgeschotteten Kompetenzzentren entwickeln ist eine neue Form von Leadership erforderlich. Kein delegieren von Oben, sondern ein kooperatives Miteinander mit klaren Kommunikations- Informationsstrukturen in beiden Richtungen. Die Letztverantwortung, das Risiko bleibt beim Boss, der Erfolg gehört allen.

Was wir von den Großen lernen können.

Steve Jobs, einer der größten Persönlichkeiten der Computerindustrie Steve Jobs über die Apple Organisation: “Apple is an incredible collaborative company. We are organized like a startup. One Person is in charge of one thing. Teamwork is dependent on trust in the other folks and they all work on the same thinks without watching them all the time. That’s what we are doing very well. Apple is the biggest startup company on the world.”

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg liegt demnach darin, dass alle Mitwirkenden über die Unternehmensziele, der Unternehmensstrategie und wie diese umzusetzen sind, Bescheid wissen. Jeder kennt seinen Beitrag und wird aufgefordert seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu 100 % einzubringen. Die Unternehmenskultur ist voll auf Erfolg ausgerichtet, und Leadership wird auf allen Ebenen aktiv gelebt.

Wer keinen Fokus auf eine transparente Strategie, auf übersichtliche Strukturen, auf eine motivierente Unternehmenskultur mit klaren Zielen und Steuerungskriterien legt, der hofft auf den glücklichen Zufall.

Leadership – Fahrtensegeln

Kein vernünftiger Skipper würde auf Basis „Zufall“ mit seiner Crew auf einen großen Segeltörn gehen. Je nach Art des Törns, dem Segelrevier und mitwirkenden Umwelten werden alle erdenklichen Vorbereitungen getroffen. Jeder einzelne Mitsegler kennt das große Ziel, den Auftrag und nimmt diesen als seinen ganz persönlichen Auftrag an. Jeder steht hinter den gemeinsamen Werten und Regeln und organisiert seinen Verantwortungsbereich voll und ganz auf die Zielerreichung. In regelmäßigen Crewbesprechungen werden die strategischen und operativen Zwischenergebnisse und Handlungsoptionen besprochen und sich wechselweise unterstützt. Ändern sich das Umfeld, dann wird auch die Organisation angepasst. Klingt einfach – ist es aber nicht. Wie immer liegen die Herausforderungen im Detail.

Im Kontext von modernen Organisationen nennt man es agile Organisationsentwicklung, an Bord gute Seemannschaft im normalen Leben „gesunder Hausverstand“.

 

Leadership „<My>SOP – Modell“ – Einfach, Transparent, Wirksam

©Leadership@mayr-consulting.at

Machen Sie ihre Organisation, ihre Mitarbeiter fit für die Herausforderungen der Zukunft. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum Unternehmer in ihrem Unternehmen zu werden. Eine Win/Win Situation auf allen Ebenen.

Das Leadership „<My>SOP – Modell“ wird in 4 Stufen vermittelt. Die erste Informationsveranstaltung dauert ca. 2 Stunden. Der Kostenbeitrag ist 49 €. Bei weiterführenden Seminaren und Workshops wird der Kostenbeitrag vollständig angerechnet.

 

Die 4 Stufen im Überblick

1.     Informationsveranstaltung (Vorstellung der Inhalte, ca. 2 Stunden)

2.     <My>SOP Basis-Seminar: Vermittlung der wesentlichen Inhalten ( 12 Stunden)

3.     „Leadership & Kommunikationstraining“ (Workshops und Peergruppen (3 Tage))

4.     Leadership Expedition (7 Tage, Praxis am Meer)

Segelkenntnisse sind hilfreich, jedoch nicht entscheidend. Erforderlich ist jedoch die Bereitschaft sich aktiv mit vollem Engagement einzubringen. Denn die beste theoretische Wissensvermittlung kann das praktische Erleben nicht ersetzen. Alles was wir erlernt haben, werden wir beim praktischen Führungs- und Segeltraining auf unserer „Leadership-Expedition“ vertiefen.

Die Planungen für 2019 sind im Laufen. Die ersten Informationsveranstaltungen sind für Jänner bereits geplant. Weitere Termine gerne auf Anfrage.

Termine für Informationsveranstaltungen

Wien/Umgebung:         17.01.2019, 18.01.2019

Graz/Umgebung:          21.01.2019, 22.01.2019

Bruck/Mur:                   24.01.2019, 25.01.2019

Beginn ist jeweils um18:30. Die Örtlichkeit wird bei Anmeldung bekannt gegeben. Anmeldung unter „leadership@mayr-consulting.at“

Mehr Informationen:

Gerald Mayr, MBA, MSc

+43 664 1231455

office@mayr-consulting.at